Bundesthema 2015/2016 "Free being me"

„Free being me! - Einfach ich!“ – Eine Herausforderung

 

Logo Bundesthema Free being me - Einfach ich!

Was ist das Bundesthema?

Das Bundesthema ist ein Thema gesellschaftlicher Relevanz für den Zeitraum eines Pfadfinderjahres, mit dem sich die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs auseinandersetzen und das sie leicht in ihren Heimstunden umsetzen können. (Definition durch den Bundesrat im Oktober 2008)

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Ein paar Hintergründe zum Bundesthema 2015/2016:

Für das PfadfinderInnenjahr 2015/2016 haben die PPÖ mit „Free being me!“ ein Projekt des Weltmädchenverbands WAGGGS als Bundesthema gewählt. „Wir wollen, dass die nächste Generation mit einem positiven Körperbild aufwächst und ihr dabei helfen, ihr Potential voll auszuschöpfen.“ Derart prägnant wird das Gesamtziel von – wie es in der deutschen Übersetzung heißt – „Einfach ich!“ festgelegt; couragiert will man dadurch „die Zukunftschancen einer ganzen Generation zu verbessern“.

Auf den ersten Blick sind das große Worte. Wie soll ein verändertes Körperbild dabei helfen, die Zukunft einer ganzen Generation positiv zu verändern? Betrifft das Thema nur Mädchen – schließlich ist es ein Projekt des Weltmädchenverbands WAGGGS – oder doch beide Geschlechter und alle sexuellen Orientierungen?

Sind alle Altersstufen der PfadfinderInnen betroffen? Das WAGGGS Projekt ist eigentlich für 7- bis 10- und für 11- bis 14-jährige Mädchen konzipiert, somit für die Wi(Wö) und Gu(Sp)-Stufe – sind es aber nicht gerade die Jugendlichen ab 14 Jahren, die am stärksten mit der Frage ihres Körperbildes und -bewusstseins konfrontiert sind? Und wieso sponsert eine große internationale Kosmetikmarke – Dove – im Rahmen einer Partnerschaft ein globales Pfadfinder(Innen)projekt?

"Schönheit ist Wahrheit; Wahrheit Schönheit"

Der Ausgangspunkt der Initiative war eine von Dove 2004 in Auftrag gegebene Umfrage zu „The Real Truth About Beauty“. Dove ließ dabei 3.200 Frauen zwischen 18 und 64 Jahren aus zehn Ländern – Argentinien, Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Italien, Japan, Kanada, Portugal und den USA – zu ihrer Einstellung zu Schönheit und Wohlbefinden befragen. Den als Global Report veröffentlichen Ergebnissen wurde ein Zitat vorangestellt, das man auf einer antiken griechischen Vase gefunden hat: „Schönheit ist Wahrheit; Wahrheit Schönheit“.

Die Fragestellung fußt auf dem Eindruck, dass heute über die Medien ein sehr eng definiertes Schönheitsideal transportiert wird, mit dem sich die überwiegende Mehrheit der Mädchen und Frauen nicht mehr identifizieren können. Diese Divergenz zwischen dem „Image Myth“, wie WAGGGS es nennt, dem „Scheinbild“ der Medien, und dem Eigenbild habe enorme Auswirkungen auf das weibliche Wohlbefinden, Glück und das Selbstwertgefühl.

"Schönheit ist vergänglich, und wie mit den Jahren sie zunimmt, nimmt sie auch ab." (Ovid)

Generell hat sich der Schönheitsbegriff während der letzten hundert Jahre stark verändert. Wurde Schönheit früher auf vielen Sinnesebenen wahrgenommen – durch Sehen, Hören, Berührung, den Verstand, dem generellen Gefühl für Ästhetik aber auch auf einer moralischen Ebene – so zählt heute fast ausschließlich das Äußere. Die Dove-Studie fragte, was Mädchen und Frauen unter Schönheit verstehen; wie gerne sie den Begriff selbst für sich verwenden; ihre Zufriedenheit mit ihrer eigenen Schönheit, wie dies ihr Wohlbefinden beeinflusste, und vor allem wie wichtig es ihnen sei, schön zu sein.

Die Ergebnisse waren erschreckend und ernüchternd zugleich: so sagten nur 4% der befragten Frauen, dass sie schön seien; neun von zehn würden am liebsten an ihrem Äußeren etwas ändern.

"Feeling beautiful has nothing to do with what you look like." (Emma Watson)

Schönheit sollte aber eine Quelle des Selbstbewusstseins sein, nicht der Selbstzweifel. Kinder und Jugendliche werden vom „Schönheitsideal“ unserer Gesellschaft und der Medien sehr früh geprägt, dies resultiert in den meisten Fällen in einer verfälschten Selbstwahrnehmung und wenig bis gar keinem Selbstbewusstsein. Sie übernehmen oft unreflektiert und verstärkt durch den Gruppendruck der Peer Group ein mediales Schönheitsideal und streben vergeblich danach, es zu erfüllen.

Weltweit vermeiden über 60% aller Kinder und Jugendlichen Aktivitäten, die ihrer Meinung nach ihr Aussehen unvorteilhaft darstellen. Dies beginnt bei der Ausübung von Sportarten und in der Freizeitgestaltung, reicht von der Mitgliedschaft in Organisationen bis zum öffentlichen Vertreten der eigenen Meinung. Dadurch verlieren alle: Kinder und Jugendlichen haben nicht die Möglichkeit, teilzunehmen oder ihre Einstellung zu präsentieren; der Gesellschaft hingegen gehen die Meinungsbilder und die Partizipation vieler Kinder und Jugendlicher verloren.

Interessanterweise hat die Debatte nun auch die Politik erreicht: Das französische Parlament, die Nationalversammlung, hat Magermodels ein Berufsverbot erteilt, auch unsere Frauenministerin denkt über einen Mindest-Body Mass Index nach. In Deutschland hat das Internationale Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernsehen IZI den Zusammenhang von Castingshows wie „Germany’s Next Top Model“ und psychosomatischen Essstörungen wissenschaftlich belegt – nun hat der deutsche Jugendschutz erste Ermittlungen eingeleitet. 

Einfach ich: Magersüchtig, diätsüchtig - unsicher? Übergewichtig, fettleibig - gemobbt?

Im Hintergrund der Thematik stehen schwerwiegende negative Gesundheitsentwicklungen: die jüngste Studie der World Health Organisation WHO warnt in ihrem Bericht vom April 2015 vor einer „Übergewichtskrise enormen Ausmaßes“ in Europa. So ist die Fettleibigkeitsrate (Body Mass Index über 30) in Österreich von 8.5% im Jahr 1991 auf heute 20% gestiegen. Übergewichtig (BMI über 25) sind weit über 51% der Bevölkerung über 20 Jahren, bei Männern ist das Problem mit 59.6% gravierender als bei Frauen mit 42.8%. Und, wie die WHO feststellt, ist nicht nur der gesundheitliche Faktor zu berücksichtigen: stark Fettleibige sind doppelt so oft Hohn und Spott ausgesetzt als „nur“ rein Übergewichtige.

Am anderen Ende der Skala steht eine stetig zunehmende Zahl an Essstörungen, die vor allem in westlichen Industrieländern verbreitet sind. Darunter fallen nicht nur Anorexie und Bulimie – viel häufiger sind Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, jahrelanges Bemühen um ein „Idealgewicht“, ständige Diäten und problematisches Essverhalten. Je „entwickelter“ ein Land ist, desto größer ist die Schere zwischen Idealgewicht und Realgewicht und umso unzufriedener sind vor allem Frauen mit ihrem Körpergewicht.

Die überwiegende Mehrheit der österreichischen Frauen hat bereits mehrere Diäten probiert. 82% derjenigen, die zumindest drei Diäten versucht haben, klagen über Essprobleme. Auch bei den Kindern sind die Zahlen dramatisch: in Westeuropa hat fast jedes zweite Mädchen zwischen 11 und 13 Jahren zumindest einmal eine Diät gemacht. Unter den Wiener Schülerinnen haben 52,4% der 14- bis 17-jährigen, aber auch 15,2% der Burschen, bereits eine Diät gemacht, da sie sich zu dick fühlten. Spannenderweise sitzt das Problem mehrheitlich im Kopf: ca. 40% der unter- bis normalgewichtigen (sic!) 11- bis 19-jährigen Mädchen und jungen Frauen in Westeuropa bezeichnet sich als „zu dick“. Nach aktuellen Umfragen sind in Wien 90% der Mädchen und 80% der Frauen mit ihren Körperproportionen unzufrieden.

… und warum daraus ein PfadfinderInnenprojekt machen?

„Free – being – me!“: bereits der Originaltitel beinhaltet drei Kernbegriffe unseres pfadfinderischen Selbstverständnisses: „free“ – das ist die Basis für jene bessere Welt, in der alle Menschen frei ihr Potential entfalten und sich engagieren können; im „being“ steckt das Sein, das aktivierende Prinzip der Erlebnisvermittlung unserer Freizeitpädagogik; und das „me“ betont den Fokus auf die Individualerziehung, bei dem das „ich“ im Mittelpunkt der Pfadfindererziehung steht.

Das neue Pädagogische Konzept der PPÖ, welches bereits allen Bundes- und Landesgremien vorgestellt wurde und im Herbst bei der Bundestagung beschlossen werden soll, weist zwei Änderungen in den acht Schwerpunkten auf. Der 1. Schwerpunkt wird in Zukunft „Glaube und spirituelles Leben“ heißen. Für die „Einfach ich!“ Initiative relevanter ist jedoch die Umbenennung des letzten, des achten Schwerpunkts: dieser trägt nun den Titel „Körperbewusstsein und gesundes Leben“ und behandelt vier Themen:

  • Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln,
  • die eigenen körperlichen Grenzen kennenlernen,
  • eine gesunde Lebensweise führen sowie
  • die eigene Geschlechtsidentität entdecken und entwickeln.

 

Und damit sind wir mitten in der Thematik des Bundesthemas.

Die Problematik betrifft uns nicht nur in unserer auf das Individuum ausgerichteten Pfadfindererziehung. Es schwächt uns auch auf organisatorischer Ebene. Ein stark gemindertes Selbstbewusstsein lässt Kinder und Jugendliche eher gemeinsame Aktionen vermeiden, sich von der Gesellschaft und der Gemeinschaft ihrer Peer Group zurückziehen und verhindert, dass viele Kinder und Jugendliche gerne, ungezwungen und freiwillig bei den PfadfinderInnen mitmachen … und auch später PfadfinderführerInnen werden.

WAGGGS und Dove - läuft wie geschmiert?

WAGGGS kündigte die gemeinsame Partnerschaft mit Dove in einer Presseaussendung am 2. Internationalen Mädchentag, dem 13. Oktober 2013, an. Der Weltmädchenverband hatte davor bereits eine weltweite Mitgliederumfrage unter 600 Mädchen und Frauen durchgeführt, bei der fast die Hälfte angab, dass sie durch Zweifel am eigenen Aussehen daran gehindert würden, Führungspositionen einzunehmen. Für WAGGGS hatten die 10 Millionen eigenen Mitglieder gemeinsam mit den 11 Millionen Mädchen, die Dove bereits angesprochen hatte, genug Potential, um jene Selbstwertsteigerungsaktivitäten durchzuführen, die bis 2016 unter „Free being me“ 3.5 Millionen Menschen erreichen sollten.

Eigener Youtube-Clip, um die Partnerschaft zwischen WAGGGS und Dove zu erklären

Vom Anfang an – für WAGGGS an sich erstaunlich – wurden beide Geschlechter betrachtet: die Themen Körpervertrauen und Selbstvertrauen beträfen sowohl Mädchen wie Burschen, die geplanten Aktivitäten und Programme würden beiden gleichermaßen helfen. Die von Dove zur Verfügung gestellten Geldmittel würden vor allem in zusätzliche thematische Schulungen der PfadfinderführerInnen und in Werbemaßnahmen in allen 145 WAGGGS Ländern fließen.

Die Dove-Taube auf dem „Free being me“-Abzeichen

Die Partnerwahl von WAGGGS in diesem weltweiten Projekt hat seit 2013 nicht nur Zustimmung gefunden. Bereits das Dove-Logo auf dem offiziellen WAGGGS-Abzeichen sorgt für Fragen. WAGGGS hat übrigens wenig Bedenken, ein Markenlogo auf dem offiziellen Abzeichen aufzusticken. Auf Nachfrage erhielt unser KFM Hansi Slanec Anfang Mai eine recht trockene Antwort aus dem WAGGGS Headquarter: “Hi Hansi, the Dove on the badge is the Dove logo, because the Free Being Me programme was developed and is run in partnership with Dove. Does that answer your question? Thanks, Heather.” Noch Fragen?

„Free being me“ – Abzeichen mit WAGGGS und Dove-Taube

Dove ist eine Marke des Unilever Konzerns, nach Procter&Gamble und Nestlé dem drittgrößten Konsumgüterkonzern der Welt mit über 400 Marken und einem Vertrieb in 190 Ländern. Dove gehört neben den auch bei uns bekannten Axe, Becel, Knorr, Lipton, Omo, Rama und Rexona zu den 14 Kernmarken des Konzerns. Unter dem Logo der Silhouette einer Taube stellt Dove Kosmetikprodukte für Frauen und Männer her, die in 17 Staaten weltweit hergestellt und in über 80 Ländern vertrieben werden. Von den Produktingredienzien ist Dove an sich kein bewusst „bio-natürlicher“ Kosmetikhersteller, da viele tierische Fette und synthetische Grundprodukte verwendet werden.

Weltweit und auch bei uns in Österreich bekannt wurde Dove mit einer die Kosmetikindustrie revolutionierenden Werbelinie, die 2004 mit einer „Kampagne für wahre Schönheit“ begann. Dove wirbt seitdem konsequent nicht mit Models, sondern bildet auf Plakaten und in Spots „normale“ Frauen ab. Die verschiedenen Begleitclips zur Initiative „Dove Real Beauty Sketches“ wurden nach ihrer Veröffentlichung vor zwei Jahren mit insgesamt über 110 Millionen Zusehern zum absoluten Hit auf Youtube, internationale Filmpreise folgten.

Unilever selbst beruft sich auf die „corporate social responsibility“, also der Verantwortung globaler Konzerne für das soziale Wohl. Man habe mit der Dove-Kampagne die Ebene des Marketing und Verkaufs verlassen und bewege sich im sozial- und gesellschaftsverändernden Erziehungsbereich. Wie wir PfadfinderInnen.

Baden-Powells Erziehungsmodell: Charakterbildung, Kraft und Gesundheit

In Baden-Powells Erziehungsmodell scheint die Thematik 1919 im Buch „Wie man Pfadfinderführer(In) wird“ – Aids to Scoutmastership – auf und zwar in zweierlei Hinsicht. Einerseits unter dem ersten Hauptziel der der Pfadfinderpädagogik, der Charakterbildung, und andererseits unter dem Thema der körperlichen Gesundheit. Man muss - selbst in später erschienenen deutschsprachigen Auflagen – hier natürlich unbedingt die historische Dimension mitbedenken: BiPis Konzepte und Begriffe sind fast ein Centennium, also 100 Jahre, alt.

Trotzdem schwingen bereits ähnliche Vorstellungen wie bei „Free being me“ mit: Baden-Powell geht es um die Vorbeugung gesundheitlicher Schädigungen bei Mädchen und Burschen. Selbstbewusstsein und Charakterstärke sollen immun gegen die Gefahren der körperlichen Schwächung – sei es Rauchen, Trinken, Drogen, ungesunde Ernährung oder mangelnde Bewegung – machen.

Dem Medienbild nicht blind folgen: The Scout is not a Fool!

In „Adventuring to Manhood“ bringt es BiPi auf den Punkt: für ihn existiert noch ein weiteres, ein ungeschriebenes, elftes Pfadfindergesetz: „The Scout (Guide) is not a Fool“. Damit appelliert er an den gesunden Menschenverstand, der auch bei „Einfach ich!“ im Mittelpunkt der Überlegungen steht: durch Distanz zum medialen und gesellschaftliche Druck ausreichend Selbstbewusstsein zu entwickeln, um schädlichen Tendenzen und Unsicherheiten zu widerstehen.

Baden-Powell bezweckt damit zwei bis heute gültige Pfadfindergrundsätze: einerseits die Findung einer sozialen Rolle, der Entwicklung von Selbstbewusstsein. Andererseits die Entkoppelung von schädlichen gesellschaftlichen Trends. Der neu betitelte achte Schwerpunkt der PPÖ fasst dies mit „Körperbewusstsein und gesundes Leben“ gut zusammen, eine Zwischenvariante hatte sogar mutig gleich „Gesundheit“ gelautet.

2013 – 2016: Drei Jahre „Einfach ich!“

WAGGGS und Dove haben sich vorgenommen, bis 2016 3,5 Millionen Kindern und Jugendlichen durch das „Free being me!“- Programm zu positivem Körpergefühl und Selbstbewusstsein verhelfen. Erst ohne Selbstzweifel und Unzufriedenheit mit dem eigenen Äußeren werden Kinder und Jugendliche ihr volles Potential auszuschöpfen können, um auch später als PfadfinderleiterInnen dieses Selbstvertrauen an andere weitergeben zu können.

Erste Ergebnisse von „Free being me“ und des Dove „Body Project“ sind ermutigend: Studien belegen, dass Mädchen bis zu drei Jahren nach der Teilnahme am Projekt signifikante Einstellungsänderungen erlebt haben: 60% besitzen ein verbessertes körperliches Selbstbewusstsein, 71% haben ein besseres Verhältnis zu ihrer Peer Group und 78% fühlen sich selbstsicherer und sind besser in der Schule.

Dove selbst betont den eigenen sozialen Auftrag: auf der Homepage findet man unter „Dove Mission“ einen eigenen Button zur Aktion „Für mehr Selbstwertgefühl“. Auf den entsprechenden Subseiten wird dann nicht nur die Aktion erläutert, sondern es werden auch „Body Talks“ empfohlen, bei denen Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen anhand eines Leitfadens selbstwert-fördernde Gespräche führen können. Neun konkrete Tipps von wertschätzendem Umgang miteinander, Liebe, Gleichbehandlung, Bewegung, Stolz, Kreativität bis zur gesunden Ernährung ergänzen diese Gespräche.

Die Dove Tipps für mehr Selbstwertgefühl:

1. Äußern Sie keine Kommentare über Größe oder Gewicht anderer Menschen, vor allem nicht als Witz.
2. Gehen Sie sicher, dass Ihr Kind weiß, dass Sie es lieben unabhängig von seiner Größe oder seinem Gewicht.
3. Behandeln Sie dicke und dünne, große und kleine Kinder alle gleich gut.
4. Bauen Sie Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl durch mehrere Aktivitäten auf – sowohl körperlicher als auch nicht körperlicher Art.
5. Bauen Sie ein gutes Selbstwertgefühl bei Kindern auf, das darauf basiert, wer sie sind und was sie tun, nicht wie sie aussehen.
6. Seien Sie stolz auf Ihr Kind, unabhängig von seiner Größe oder seinem Gewicht.
7. Seien Sie kreativ und positiv bei der Auswahl der richtigen Kleidung für Ihr Kind.
8. Fördern Sie gesunde Ernährung und körperliche Bewegung für die gesamte Familie.
9. Fühlen Sie sich nicht schuldig oder beschämt, wenn Sie oder Ihr Kind dick sind.

The most beautiful curve of a (wo)man is the smile!

Bob Marley hat diesen wunderbaren – auf beide Geschlechter anwendbaren Spruch – getätigt, der mich persönlich schon während der letzten Monate begleitet hat. Hier schließt sich auch der Kreis zum Pfadfindertum: „… fröhlich und unverzagt“ und „… führt ein gesundes Leben“ – der sechste und der achte Gesetzespunkt verbinden beide Sichtweisen, wie wir pädagogisch den richtigen Zugang zu unserem individuellen und kollektiven Körperverständnis finden können.

Wir haben uns im Landesleitungsteam und im Gut Pfad-Redaktionsteam bewusst dazu entschieden, mit dem heurigen Jahr einen neuen Ansatz zu den Bundesthemen zu wählen. Mit dem jeweils vor dem Sommer erscheinenden dritten Gut Pfad wollen wir das kommende Bundesthema bereits rechtzeitig vor Beginn der Jahresplanung der Gruppen, Kolonnen und des LV auf breiter thematischer Ebene mit Hintergrundartikeln und den Beiträgen der fünf Altersstufen aufbereiten. Auch die LFT im Frühjahr 2016 wird dann ganz im Zeichen von „Einfach ich!“ stehen.

Gerade wir Wiener PfadfinderInnen in unserem stark von Migration und Diversität geprägten Umfeld der Bundeshauptstadt sollten aktiv dazu beitragen, dass unsere Biber bis RaRo einen positiveren Zugang zum eigenen Körper und Aussehen gewinnen. Nur so werden sie selbstbewusster am Gesellschaftsleben und bei den PfadfinderInnen teilzunehmen und ihre Meinung vertreten. Hier sind wir alle gefordert – unter Bedacht auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und der sexuellen Orientierung und auf das jeweilige Alter – durch unsere freizeitpädagogische Erziehung, durch unsere Entwicklungsaufgaben und durch die PfadfinderInnenmethode zum Erfolg von „Einfach ich!“ beizutragen.  

Wenn jeder von uns nur zwei weitere Menschen für das Thema sensibilisiert, ist das Ziel erreicht. Mit einem Lächeln im Gesicht geht das sicher leicht …

Text: Ernst M Felberbauer

 

Weiter lesen:

WAGGGS Initiative: http://www.free-being-me.com/

Dove Österreich: http://www.dove.at/de/Dove-Mission/Fur-mehr-Selbstwertgefuhl/default.aspx

Dove Deutschland: http://www.dove.de/de/Unsere-Mission/Dove-Projekt-fur-mehr-Selbstwertgefuhl-Mach-mit/default.aspx

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Projektverantwortliche bei den WPP für das Bundesthema 2015/2016

 

Isabella Steger

LV Wien & Gruppe Wien 36

Funktion: Landesjugendratsleiterin

Email: isabella.steger@wpp.at

Agnes Kauer

LV Wien

Funktion: LB Internationales

Email: agnes.kauer@wpp.at

 

Hintergründe zum Bundesthema 2015/2016 von der PPÖ Homepage

 

Free Being Me - Einfach Ich!

ist ein Projekt von World Association of Girl Guides and Girl Scouts (kurz: WAGGGS), das Pfadfinder und Pfadfinderinnen weltweit dazu anregt, sich kritisch mit Idealvorstellungen von Schönheit, die einzig ein Konstrukt der Gesellschaft sind, auseinanderzusetzen. Daraus resultierend gilt es, wahre Schönheit in all ihren Facetten zu erkennen und so das Selbstwertgefühl, Körperbewusstsein und die Lebensqualität (vor allem Heranwachsender) zu stärken.

Die Brisanz und Relevanz für unsere Organisation ist offensichtlich. Nicht zuletzt der Schwerpunkt "Kritisches Auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt" hält uns als Mitglieder dazu an, uns mit unseren Methoden dem Thema anzunähern. Und genau das können wir verstärkt seit Beginn des Pfadijahres beobachten.

Nun rückt als Höhepunkt des Bundesthemas der Free Being Me – Einfach Ich! – Tag in greifbare Nähe. Grund genug für uns, euch Ideen zu liefern, wie wir die Idee weiter tragen können. Doch vorerst wollen wir die Gelegenheit nutzen, uns bei den zahlreichen Interessenten und Interessentinnen zu bedanken – das Echo aus den Gruppen ist besser und vielzähliger als wir es uns je erträumt hätten. Unserer Einschätzung nach – und damit sind wir hoffentlich nicht ganz daneben – wird das Bundesthema von Leitern und Leiterinnen, wie auch Kindern und Jugendlichen mit offenen Armen empfangen und die Idee so weitergetragen, um die Welt ein wenig besser zu machen, als wir sie vorgefunden haben. DANKE – Einfach wunderbar!

(Text: Christina Krepl)

Hier findet ihr das Logo des Bundesthemas sowie die Behelfe zum Download von der PPÖ Homepage:

Alle Unterlagen:

https://www.ppoe.at/aktionen/bundesthema/bundesthema_15_16/download

Unterlagen für die WiWö -Stufe

Dieses speziell für 7- bis 10- Jährige Pfadfinderinnen und Pfadfinder geschriebene Aktionsthema ermutigt die teilnehmenden Kinder auf der ganzen Welt, Vorstellungen über Körperbewusstsein und Schönheit zu erforschen, die sie während ihres Aufwachsens beeinflussen werden. Free Being Me – Einfach Ich! zeigt den teilnehmenden Kindern, dass es nicht nur eine Art gibt, schön zu sein. Innere Werte zählen am meisten.

Unterlagen für GuSp und CaEx - Stufen

Dieses speziell für 11-bis 14-jährige Pfadfinderinnen und Pfadfinder entwickelte WAGGGS - Aktionsthema ist eine große Chance für deine Gruppe, denn sie kann einmal innehalten und über ihre Umwelt nachdenken. Welchen Einfluss hat diese auf ihre Denkweise über sich selbst und andere Menschen? So könnt ihr feststellen, dass Gesellschaft, Medien und die Menschen, mit denen sie Zeit verbringen, ihnen einen sehr eingeschränkten Schönheitsbegriff nahe legen.

Unterlagen für alle über 14 die es auch noch interessiert (Ranger und Rover)

Ergänzend zu den drei Behelfen von WAGGGS hat sich das Free Being Me - Team der PPÖ einer kleinen Hilfestellung für diejenigen gewidmet, die über 14 (also CAEX oder RARO) sind und sich ebenfalls altersgerecht mit dem Bundesthema auseinandersetzen wollen. Diese kleine Broschüre soll euch dabei unterstützen, Heimstunden zu Free Being Me - Einfach Ich! mit den Stufenmethoden umzusetzen. Für Fragen und Anregungen stehen wir gerne via freebeingme@ppoe.at zur Verfügung!

Unterlagen für JugendleiterInnen und GruppenleiterInnen

Schönheit ist ein dehnbarer Begriff. In der einen Kultur gilt als schön, kleine Füße und Rundungen zu haben – in einer anderen Kultur wird langes wallendes Haar in Kombination mit einer riesigen Unterlippe als schön erachtet.

Hier findest du Arbeitsmaterialien die von WAGGGS und dem *Free Being Me – Einfach Ich* - Team der PPÖ ausgearbeitet und angepasst wurden, und sollen für dich als Anhaltspunkt und Hilfestellung dienen, in den Heimstunden und Gruppenabenden mit den Kindern und Jugendlichen zum Bundesthema zu Arbeiten. In den Behelfen finden sich nicht nur Anregungen für die Gruppenstunde, sondern auch viele Informationen, Fakten und Ideen für alle Altersstufen.